Support & Resistance

Support und Resistance als Trading-Strategie

Widerstands- und Unterstützungszonen sind wichtige Zonen im Chart, die von anderen Marktteilnehmern beobachtet und oft für wichtige Entscheidungen herangezogen werden. Diese Entscheidungen können die Eröffnung oder Liquidierung einer Position sein, was oft zu Preisumkehrungen oder Ausbrüchen führt. Aus diesem Grund können diese Bereiche auch für den eigenen Handelsstil verwendet werden – entweder als Einstiege oder als Gewinnmitnahmezonen. Wichtig hierbei ist, dass es sich hier um Zonen handelt und keine exakte Linien.

Unterstützungen und Widerstände können als Einstiege und Ausstiege verwendet werden. Bei dieser Strategie ist die Trendrichtung zwar von Bedeutung, jedoch können auch Trades gegen den Trend umgesetzt werden. Seitwärtsphasen sind hier sehr beliebt, da man genau an der Unterstützung und Widerstandszonen Ein- und Ausstiege eingeht. Hierfür können Aktien, Forex oder Indizes als Handelsprodukte verwendet werden. Gut geeignet hierfür wäre der Devisenmarkt, da dieser keine saubere Trends aufweist, dafür aber gute markante Zonen bildet, um diese als Ein- oder Ausstiege zu verwenden.

Im folgenden Beispiel sieht man die Widerstandszonen bei EUR/USD, die als Einstiege genutzt werden könnten.

Setups

Bei dieser Strategie gibt es zwei Arten von Setups, die jeweils in die Long- oder Short-Richtung eingesetzt werden können.

Das erste Setup stellt den Fehlausbruch dar. Dabei handelt man gegen den Trend, wenn der Chart sich kurz vor einem Ausbruch (beispielsweise bei Short-Trades) befindet. In unserer Abbildung ist genau dieses Setup bei EUR/USD abgebildet. Der Wert befand sich kurz vor dem Breakout nach oben, jedoch kam es am nächsten Tag zu einer roten Kerze, die bestätigt wurde. Das hat dazu geführt, dass der Euro Fahrtrichtung nach Süden aufgenommen hat. Gleiches Setup könnte in die Long-Richtung ebenfalls gehandelt werden. Dabei wäre die Ausgangssituation folgende: das Chart hat bereits mehrere starke Abwärtsbewegungen hinter sich gelassen und befindet sich erneut unmittelbar vor dem Durchbruch nach unten. Sollte sich genau an dieser Stelle eine grüne Kerze bilden, könnte dieses Szenario als “Failed Breakdown” Setup gehandelt werden. Bei diesem Handelsansatz sollte jedoch beachtet werden, dass es sich um Trades gegen den Trend handelt und es somit zu einem erhöhten Risiko kommt. Dieser Ansatz wäre für fortgeschrittene Trader besser geeignet.

Bei dem nächstmöglichen Setup handelt man in die Trendrichtung. Dabei achtet man darauf wo sich Support- oder Resistance-Zonen gebildet haben und nutzt diese als Einstiegssignale. In unserem EUR/USD-Chart ist dieses Szenario bei der zweiten Markierung abgebildet. Nachdem sich ein Abwärtstrend etabliert hat, kam es zu einer Korrektur und es hat sich ein Widerstandsbereich gebildet, der mehrmals getestet wurde. Diese Zone kann als Einstiegssignal für Trades in die Trend-Richtung verwendet werden. Umgekehrt würde das Szenario aussehen, wenn man Long Trades eingeht. Dazu benötigt man einen Aufwärtstrend, der sich in der Korrektur befindet. Optimal wäre es, wenn sich dort eine Support-Zone bildet, die dann als Einstieg genutzt werden kann.

Einstiege

 Je nach Strategie sind, wie oben erläutert, zwei Handelsszenarien möglich. Bei dem ersten Beispiel war der Trade gegen den Trend gerichtet, da es genau beim Hoch am Widerstandsbereich zu einer Umkehrkerze kam und zu einem Fehlausbruch.  Bei dem zweiten Einstieg war der Trade in die Trendrichtung aus der Korrektur an der Widerstandszone. Die Pullback- und Fehlausbruchstrategien können sowohl kurzfristig als auch langfristig bei verschiedenen Instrumenten eingesetzt werden und sehr gute Ergebnisse liefern. Man hat durch die Einstiege genau am Support in die Long-Richtung und am Resistance in die Short-Richtung ein ausgezeichnetes CRV (Chancen-Risiko-Verhältnis), was zu hohen Gewinnen und kleinen Verlusten führt. Im nachfolgenden Beispiel sind die Unterstützungs- und Widerstandszonen bei der Aktie Adobe als Veranschaulichung markiert.

Ausstiege und Stopps

Beim Einsatz dieser Handelsansätze können die Stopps unmittelbar über dem Widerstandsbereich bei Short-Trades oder unter dem Unterstützungsbereich bei Long-Trades platziert werden. Wichtig hierbei ist, dass die Stopps nie punktgenau gesetzt werden, da man oft unnötig ausgestoppt wird, um nachher zuschauen zu dürfen, dass man richtig lag. Wenn die Stopp-Zone getestet wird, sollte man abwarten, ob die Kerze wirklich außerhalb des Bereichs schließt oder es sich nur um einen Test der Zone handelt. Oft wird die Support- und Resistance-Zone nur angetestet und der Kurs dreht im Nachgang in die richtig analysierte Richtung.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass je mehr eine Unterstützungs- oder Widerstandszone getestet wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Zone gebrochen wird.
Bei dieser Strategie können die nächsten anstehenden markanten Bereiche als Ausstiege genutzt werden. In unserem EUR/USD Beispiel ist das nächste Tief die erste Möglichkeit, Gewinne zu realisieren.
An der Stelle möchte ich erwähnen, dass auch diese Strategie nicht der heilige Gral ist. Es gibt Marktphasen, in denen sehr gute Ergebnisse erzielt werden können aber auch Phasen, in denen man die Finger davon lassen sollte und den Fokus mehr auf trendbasierte Setups legen sollte.

Fazit

In stark trendigen Märkten wäre dieser Handelsansatz nicht gut geeignet, da sich selten tiefe Korrekturen bilden. Ebenso sind Trades, die gegen den Trend gerichtet sind, in starken Trendphasen sehr gefährlich und für Einsteiger ungeeignet.

Die Kunst liegt darin zu verstehen, in welcher Phase man sich gerade befindet und ob die jeweilige Strategie für diese Marktphase gut geeignet ist. Diese Erkenntnisse kommen vor allem, wenn man die Märkte oft beobachtet, dabei Monat für Monat und Jahr für Jahr Erfahrungen sammelt.

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