Trendfolge Strategie

Was ist die Trendfolge-Strategie?

Die Trendfolge-Strategie ist eine sehr bekannte Strategie, die sowohl von Anfängern als auch von fortgeschrittenen Tradern verwendet wird. Dabei geht es darum, einen vorhandenen Trend in einem Wert (bspw. einer Aktie) zu erkennen und in die Trendrichtung zu handeln mit der Spekulation, dass sich dieser Trend fortsetzt. Sicherlich hast Du bereits den Spruch „the trend is your friend“ oder auf Deutsch „Der Trend ist Dein Freund“ gehört. Das ist in der Tat richtig und kann sich auszahlen, jedoch sollte man auch akzeptieren, dass alle Trends irgendwann zu Ende sind und dies gilt es zu erkennen und zu akzeptieren. 

Um eine bessere Vorstellung für die Strategie zu erhalten, werde ich einige der Begriffe erläutern.

Was ist ein Trend? 

Ein Trend ist eine kontinuierliche Fortsetzung eines Charts in eine Richtung. Dabei wird zwischen einem Aufwärtstrend und einem Abwärtstrend unterschieden. 

Ein Aufwärtstrend zeichnet sich durch höhere Hochs und höhere Tiefs aus.

Dabei ist es wichtig, dass das vorherige Tief nicht unterschritten bzw. gebrochen wird. Ein Abwärtstrend ist das umgekehrte Beispiel von einem Aufwärtstrend. Dieser zeigt in Richtung Süden und wird durch tiefere Tiefs und tiefere Hochs gebildet. Oft werden auch gleitende Durchschnitte für die Bestimmung der Trendrichtung und als Anhaltspunkte für die Stoppsetzung verwendet. Zeigen die gleitenden Durchschnitte nach oben ist der Trend aufwärtsgerichtet, zeigen diese hingegen nach unten spricht man von einem Abwärtstrend.

Wie erkennt man, wann der Trend zu Ende ist? 

Im unteren Beispiel ist dargestellt, wann der Aufwärtstrend gebrochen wurde. Zur Erläuterung: wenn das höhere Tief bei einem Aufwärtstrend unterschritten wird und der Kurs unter diesem Niveau schließt, spricht man von einem Trendbruch. Dies bedeutet jedoch nicht sofort, dass wir einen neuen Abwärtstrend haben. Ein Abwärtstrend bildet sich erst, wenn das neu entstandene Tief erneut unterschritten wird, wie in der Abbildung von der Aktie Advanced micro devices (AMD) auch geschehen.  

Um die Trendfolge-Strategie zu handeln, benötigt man deutlich ausgebildete Trends. Eine große Herausforderung für den Trendfolge-Trader sind die Seitwärtsphasen, da diese oft zum Ausstoppen der Position führen und somit zu unnötigen Verlusten.

Eine große Bedeutung für das Trendfolgesystem sind aber auch die Produkte, die man handelt. Aktien weisen wesentlich schönere Trends auf, als die Charts vom Devisenmarkt. Im Forex-Bereich verlaufen die Trends oft unsauber und seitlich. Das macht diesen Markt für den Trendfolger deutlich anstrengender zu Handeln als der Aktienmarkt. 

Trend Trading

Setups für das Trendfolge-System

Für das Trendfolge-System können verschiedene Regelwerke verwendet werden. In diesem Abschnitt werde ich nur einige davon vorstellen, die ich für den eigenen Handel verwende.

Es ist sehr wichtig, vor der Eröffnung einer Position, zuerst das Potenzial zu ermitteln. Ist das Verhältnis von Gewinn zu Risiko (kurz CRV – Chancen-Risiko-Verhältnis) groß genug um diesen Trade einzugehen? Generell sollte die Gewinnchance 2-3 mal höher sein als das Risiko. Sollte dies der Fall sein könnte ein passender Einstieg gesucht werden.

Einstiege

Als Einstieg könnten die Formation der Kerzen sowie die EMAs oder SMAs herangezogen werden.
Was aber sind konkret die EMAs & SMAs und warum können diese als Einstieg genutzt werden? Hier findest Du es heraus. Die EMAs und SMAs werden oft verwendet, um den Trend zu ermitteln. Ein konkreter Einstieg mit Hilfe dieser Indikatoren könnte umgesetzt werden, indem man die Korrektur eines Aufwärtstrends abwartet und einen Einstieg über die gleitenden Durchschnitte vornimmt.

Folgende Beispiele zeigen, wie man die gleitenden Durchschnitte auf Tagesbasis für Long- und Short-Einstiege nutzen könnte.

Die Aktie Nvidia ist aufwärts gerichtet und bildet einen sehr starken Aufwärtstrend mit kurzen Konsolidierungsphasen und starken Bewegungen. Hierbei können die Pullbacks bis zu den EMAs 20 und 50 für Einstiege verwendet werden. Dabei sollte beachtet werden, wann die Korrektur beendet wird. Dies erkennt man, indem die letzte rote Kerze, durch eine grüne Kerze mit einem Schlusskurs über die vorherige Kerze, negiert wird. Dies wäre ein signifikantes Signal, dass die Korrektur vorbei ist und der Wert wieder Schwung in Richtung Norden aufnehmen könnte.

Aufwärtstrend

Bei dem nächsten Beispiel handelt es sich um einen Abwärtstrend, der im Vergleich zum vorherigen Chart nicht so stark ausgeprägt ist. Die Korrekturen sind tiefer gebildet und dies bietet ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis bei den Trades. Auch hier könnten die gleitenden Durchschnitte als Einstiege herangezogen werden. Wichtig zu beachten ist, dass die Korrektur beendet wird, bevor man eine Position eröffnet. Wie man aus dem letzten Beispiel sieht, ist das nicht immer punktgenau. Manchmal werden die gleitenden Durchschnitte kurz überschritten bzw. getestet bevor sich die Trendrichtung fortsetzt. Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll, die Stopps nicht punktgenau zu setzen, um unnötiges Ausstoppen zu vermeiden.

Swingtrading verstehen

Ausstiege und Stopps

Als Ausstiege könnten markante Unterstützungs- und Widerstandszonen verwendet werden. An diesen Zonen neigt der Kurs oft dazu zu drehen. Dies passiert, da diese Bereiche auch von anderen Tradern beobachtet werden und dort oft Positionen geschlossen werden oder neue Trades eingegangen werden. Das führt dazu, dass sich der Kurs von diesen Zonen wegbewegt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, genau an den Stellen Teilgewinne zu realisieren und die restliche Position ggf. laufen zu lassen. Für die verbleibende Position könnte ein Trailing-Stopp verwendet werden. Diesen setzt man unter Beachtung von Innenkerzen auf das Hoch oder Tief der vorherigen Kerze – je nachdem, ob man Long oder Short positioniert ist.

Fazit

Das Trendfolgesystem kann vor allem in trendigen Märkten sehr profitabel sein und sowohl bei langfristigen als auch bei mittel- und kurzfristigen Charts angewendet werden. Als Trader sollte man jedoch immer beachten, dass jeder Trend irgendwann zu Ende ist und nicht zu spät auf den letzten Ast aufspringen. 

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