Trading Psychologie

Trading-Psychologie

Trading-Psychologie ist ein großes Thema für sich und meiner Meinung nach eines der größten Hindernisse im Trading.
Damit möchte ich nicht sagen, dass es der einzige Grund ist, warum die meisten Trader scheitern. Bei vielen liegen die Fehler in unrealistischen Zielen und Strategien, nicht geeigneten Instrumenten und unpassender Software. Sollten wir aber davon ausgehen, dass ein guter Plan und eine realistische Strategie vorhanden sind, so beginnen die nächsten Probleme mit der Psyche.
Im Grunde genommen dreht sich ein Großteil um Angst. Auch die Gier ist eine Form von Angst – die Angst nicht genug zu bekommen.
Die Facetten davon sind vielfältig, da jeder von uns eine andere Persönlichkeit, unterschiedliche Verhaltensmuster und Prägungen besitzt.

Welche Verhaltensmuster hast du?

Einige von uns streben nach Perfektion und gehen nie einen Trade ein, da das Setup für sie nie gut genug ist. Andere wiederum setzen extrem viele Trades um aus Angst, den nächsten Monster-Trade zu verpassen. Manche Trader hingegen trauen sich kaum einen Trade einzugehen, aus Angst, einen Fehler zu machen. Solche Menschen können mit Fehlern schwer umgehen. Es gibt eine weitere Gruppe, die die Strategie nach einigen Minustrades verwirft und ständig nach Weiterbildungen sucht und neue Strategien testet. Diese Gruppe glaubt, nicht genug zu wissen um erfolgreich zu sein. 

Dazu gibt es weitere Verhaltensmuster, die während eines Trades oder zwischen mehreren Trades auftreten, zum Beispiel das frühzeitige Schließen eines Trades, die zu enge Stopp-Versetzung, oder die Angst nach einer Reihe von Minus-Trades einen weiteren Trade einzugehen. Hast du dich schon mal erwischt, wie du das Risiko nach ein paar Minus-Trades erhöht hast um Dir das Geld „wieder zu holen“? Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen… 

Angst und Gier an der Börse

Angst ist ein Gefühl, bei dem man sich vor dem Auftreten eines Ereignisses oder einer Situation fürchtet. Noch in früheren Zeiten mussten sich die Menschen vor Tierangriffen verteidigen und retten, indem sie geflüchtet sind oder gekämpft haben. Früher hat uns die Angst geholfen, bedrohliche Situationen zu erkennen und schnell zu handeln. Dieses Gefühl ist heute noch tief bei uns im Inneren verankert und spielt auch an der Börse eine entscheidende Rolle. Meistens tritt Angst beim Traden auf, wenn man beispielsweise eine zu große Position eingegangen ist und diese gegen uns läuft. Der Trade befindet sich bereits im Minus und man kann den Schmerz beim Anblick des Minus-Trades nicht ertragen. Um sich vor diesem Schmerz zu befreien, schließt man den Trade unbegründet und realisiert den Verlust, der noch nicht so hoch ist als wenn man auf das Ausstoppen gewartet hätte. Was ist dann oft die Folge? Der Trade dreht kurz danach in unsere Richtung und wir ärgern uns warum wir in den Trade eingegriffen haben. Daraufhin sind dann Rache-Trades vorprogrammiert, die ebenso wenig ans Ziel führen, sondern viel mehr die Abwärtsspirale vertiefen. Anschließend beginnt das Konto zu schmelzen und dies führt zu noch mehr Angst bei jedem eingegangen Trade und letztendlich zu noch mehr verkrampften Trades. Eine weitere Folge davon ist, dass man am Ende die Strategie dafür verantwortlich macht und schnell zur nächsten „besseren“ Strategie springt. Wenn dir diese Situationen bekannt vorkommen, weißt du hoffentlich bereits, dass nicht ausschließlich die ausgewählte Strategie entscheidend ist, sondern unsere Verhaltensmuster und Emotionen. Solange wir das nicht erkennen und uns mit dem Thema befassen, solange werden sie uns steuern.

Gier ist eine weitere Form von Angst, die ebenfalls vor vielen Jahren als Form des Überlebensinstinkts entstanden ist. Hierbei geht es darum, dass man versucht, seine Überlebenssituation zu verbessern und für schlechte bzw. schwierige Zeiten vorzusorgen. Aufs Trading wirkt sich das aus, indem man sich an Gewinn-Positionen klammert und versucht, jeden weiteren Tick mitzunehmen. Oft wartet man zu lange ohne Gewinne zu realisieren, bis sich die Position gegen uns dreht. Die Folge ist dann entweder ein sehr kleiner Gewinn oder sogar ein Minustrade. Eines der schlimmsten Gefühle im Trading ist es, aus einem bereits positiven Trade, der im Gewinn lief, einen Minus-Trade zu realisieren. Das wird sogar von uns als schmerzhafter empfunden als ein Minus-Trade, der sofort nach Eröffnung ins Minus läuft. Gier kann auch oft dazu führen, zu viele Trades in der Hoffnung einzugehen, dass sich dahinter der nächste Monster-Trade verbirgt (Overtrading). Nach einer Folge von mehreren Gewinn-Trades wird man beispielsweise übermutig (sehr oft bei mir der Fall). Die Schmerzgrenze sinkt, da man aus dem Gewinn heraus tradet und oft führt das zu unkontrollierten Trades, die weder einem Setup noch dem eigenen Handelsplan entsprechen.

Trading-Muster erkennen!

Diese Beispiele sind nur eine Handvoll davon, wie man auf bestimmte Ereignisse im Trading reagieren kann. Selbstverständlich gibt es viele andere Facetten davon. Das Wichtigste ist jedoch, die eigenen Muster zu erkennen und konkrete Strategien zu erarbeiten, die einem helfen damit umzugehen. 

Ich habe mich mit dem Thema Trading-Psychologie sehr intensiv beschäftigt. Während meiner Trading-Erfahrung stand ich mit vielen anderen Tradern in Kontakt und kenne daher die verschiedenen Herausforderungen. Leider spricht keiner in dieser Branche die Punkte konkret und offen an und leider kenne ich auch wenig konkrete Lösungsvorschläge dazu. Das vermittelte Wissen dreht sich meist um Charttechnik und Strategien, aber nicht um Strategien, die uns dabei helfen unser Verhalten zu studieren und in den Griff zu bekommen. 

Fazit

Ich werde in den nachfolgenden Artikeln auf einige problematische Verhaltensweisen eingehen und euch zeigen, was mir in der ein oder anderen Situation geholfen hat, mein Verhalten zu verbessern und einige der Muster zu lösen. 

Wie du vielleicht vermutest, lassen sich Verhaltensmuster nicht von heute auf morgen ändern. Die spannende Frage ist, ob du diese rechtzeitig erkennen kannst und wie du mit dieser Erkenntnis umgehst. 

 

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