Gap-Trading

Momentum-Aktien, Intraday Trading / Gap-Trading

Diese Trading-Strategie setze ich bei meinem eigenen Trading erfolgreich um. Was sind denn „Momentum-Aktien“ überhaupt und warum handelt man ausgerechnet diese Aktien? Wie der Begriff schon sagt, bringen diese Papiere viel Momentum mit sich und dadurch sind sie besonders volatil. Dies kann durch bestimmte Nachrichten zum Unternehmen, durch die Bekanntgabe der Quartalszahlen oder durch andere Management-Entscheidungen entstehen. Solche Ereignisse führen in der Regel zu heftigen Reaktionen bei den Marktteilnehmern und somit zu Gaps nach oben oder nach unten. Dies führt zu mehr Volatilität als bei den restlichen Aktien und genau diese Volatilität brauchen wir als Daytrader, um solide Bewegungen mitnehmen zu können. Eine reguläre Aktie, die womöglich nur seitlich verläuft bringt uns als Daytrader nichts. Zu beachten bei dem Handel von Aktien intraday ist die von der amerikanischen Börsenaufsicht eingeführte PDT Regel (Pattern Day Trading).

Welche Setups ergeben sich dadurch und wie trade ich diese Strategie? 

Zuerst schaue ich, ob es vor US-Markteröffnung Aktien mit Gaps gibt und suche ich mir die besten aus. Was bedeutet aber konkret „die beste“? Ich suche nach Aktien mit großen Gaps, die eine markante Zone auf dem Tageschart gebrochen haben und mehr als 500.000 durchschnittliches Volumen haben. Ein Beispiel hierfür wäre ein Gap über das Allzeithoch einer bekannten Aktie aufgrund von positiven Quartalszahlen-Reports. Vor allem in der Quartalszahlen-Saison gibt es viele schöne Werte, die genügend Trading-Möglichkeiten bieten. Nachrichten wie diese bringen Momentum mit sich und die jeweiligen Aktien setzen oft die starke Bewegung am Handelstag fort. 

Ebenfalls wäre es möglich, die Aktien, die sehr volatil am Vortag verlaufen sind, als Watchlist-Kandidaten für den aktuellen Handelstag zu speichern. Denn diese tendieren dazu, auch am Folgetag die Bewegungen ebenfalls fortzusetzen. Nachdem ich mir eine Handvoll Werte ausgesucht habe, schaue ich, wo sich die wichtigsten Zonen auf dem Tageschart (auch pre-market) befinden und nutze diese als Einstiegs- oder Ausstiegszonen. Es gibt zwei Setups, die ich gerne bei den Momentum Aktien intraday trade, das Pullback-Setup und das Breakout Setup.  
Natürlich gibt es auch weitere Setups, die intraday bei den Momentum-Aktien verwendet werden können. Dazu gehören die Parabolic short, Failed Breakout oder Breakdown. Ich beschreibe jedoch meine zwei Haupthandelssetups und werde im Laufe der Zeit auch andere Setups in dem Blog vorstellen. 

Einstiege

Das Breakout-Setup liefert die besten Ergebnisse bei Momentum-Aktien mit Quartalszahlen oder sonstigen wichtigen Nachrichten. Dies bringt viel Bewegung mit sich, so dass es zu wenig Fehlausbrüchen und zu starken Bewegungen kommen kann.

Der Einstieg erfolgt bei Gaps nach oben knapp über dem Ausbruch. Dieses Setup funktioniert meiner Erfahrung nach am besten kurz nach Markteröffnung bei dem ersten Breakout. Nicht optimal ist dieses Setup hingegen außerhalb der Earnings Season, denn da fehlt das Momentum für einen starken Ausbruch und Fehlausbrüche können die Folge sein.

Wenn man den Ausbruch verpasst ist es wichtig, nicht dem Wert hinterher zu rennen und zum schlechten Preis einzukaufen – schlechte Disziplin und Minustrades können dann die Folge sein. Oft ergibt sich eine Korrektur und genau das ist mein zweites Handelssetup. Ich präferiere die erste Korrektur nach einer starken Bewegung zu traden, da diese oft noch einmal einen guten Schub mit sich bringt. Die Korrekturen, die danach oder um die US-Mittagszeit herum erfolgen, haben mir bisher leider keine dauerhaft guten Ergebnisse eingebracht.

Optimalerweise korrigiert die Aktie bis zu den EMAs 9 und 20 oder bis zum VWAP. Hier erfährst Du mehr über den VWAP Indikator. Aus diesem Bereich heraus suche ich mir Einstiege aus. An der Stelle drehen die Werte oft und setzen Ihre Bewegung in die Trendrichtung fort. Je nachdem, wie viel Platz bis zur nächsten markanten Zone vorhanden ist, kann dieses Setup sehr lukrativ sein.

Ausstiege und Stopps

Die Ausstiege erfolgen an der nächsten Unterstützungs- und Widerstandszone herum. Dort kann die Position entweder komplett geschlossen oder Teilgewinne realisiert werden. Wenn es sich bei den Werten um Aktien mit aussagekräftige Quartalszahlen handelt, setzen sich oft die Bewegungen fort. In diesem Fall könnte man die Position mit einem Teil weiterverwalten.

Ein sehr positiver Aspekt bei dieser Strategie ist, dass man sich nur auf die US-Markteröffnung fokussiert und somit nur maximal 2 Stunden am Tag am Rechner gebunden ist. Die Positionen werden nicht über Nacht gehalten, das eliminiert das Übernacht-Risiko und schafft ebenso einen freien Kopf für andere Aktivitäten.

Fazit

Auch wenn diese Strategie nur 2 Stunden am Tag erfordert ist sie sehr herausfordernd, da man vollste Konzentration und Disziplin benötigt. Leider sind diese Voraussetzungen nicht in allen Lebensphasen gegeben und aus diesem Grund sollte man ehrlich zu sich sein, ob man die Zeit und Konzentration hat und den psychologische Herausforderungen gewachsen ist.

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