Ist dir das auch schon mal passiert? Du hast mehrere sehr gute Wochen hinter dir und deine Profite steigen. Du bist endlich an dem Punkt angekommen, profitabel zu sein. Denkst du! Denn plötzlich fängt die Abwärtsspirale wieder an. Tag für Tag gibst du mehr und mehr von deinen Gewinnen zurück und die Frustration, sowie die Fassungslosigkeit, nehmen zu.
Dieses Szenario ist leider mehrmals bei mir aufgetreten. Daher beschreibe ich die Gründe, die hierfür verantwortlich sind, in der Hoffnung, dass du diese Muster rechtzeitig identifizierst. Nachdem du den ersten Schritt getan hast und die Problematik erkannt hast, wirst du viel einfacher Maßnahmen erarbeiten können, um alles wieder in den Griff zu bekommen.

#1 Gier

Der allererste Grund, der dich davon abhält dauerhaft profitabel zu sein, ist die Gier. Gier ist eine Ausprägung von Angst – die Angst nicht genug zu bekommen. Vor allem wenn man eine Reihe von guten Trades realisiert hat, steigt das Selbstvertrauen enorm und man vergisst oft die Basics. Was ich damit konkret meine, erkläre ich an einem Beispiel, was ich am eigenen Leib erfahren habe.
Im letzten Jahr habe ich eines meiner kleineren Trading-Konten in wenigen Monaten verdoppelt. Ich habe Stück für Stück mein Risiko erhöht, Positionen pyramidisiert und mich auf die besten Setups, die ich sehr gut beherrsche, konzentriert. Die außerordentlich guten Ergebnisse erzielte ich vor allem durch das Pyramidisieren und die stetige Erhöhung des Risikos. Kurz danach hat sich allerdings das Blatt gewendet.
Ich wollte immer mehr und wurde geradezu gierig.

Durch das erhöhte Selbstvertrauen bin ich Trades eingegangen, die ich normalerweise nie eingehen würde. Anstatt geduldig auf die besten Setups zu warten, habe ich Positionen zu einem schlechten Preis mit schlechtem CRV eröffnet. Logischerweise haben sich diese Aktionen auf meinem Konto wiedergespiegelt. Die Drawdown-Phase hat Fahrt aufgenommen und damit wuchs auch die Frustration. Nichts ist schmerzhafter als realisierte Gewinne zurückzugeben. Eine gewisse Zeit lang wollte ich nicht wahrhaben, dass plötzlich nicht mehr alles wie geschmiert läuft. Daher habe ich das Risiko auch nicht reduziert. Das Resultat waren geschrumpfte Profite und deutlich weniger Selbstvertrauen. Zum Glück habe ich rechtzeitig die Reißleine gezogen und mir eine Pause genommen, um meine Trades und mein Verhalten zu analysieren.
An diesem Punkt ist es wichtig, dir klar zu machen, welche Rolle Disziplin spielt. Nimmt dir die Zeit und analysiere alles im Detail, bevor du zur nächsten Strategie springst. Du wirst sehen, dass oftmals nicht die Marktbedingungen oder die Strategie für Verluste verantwortlich sind, sondern allein unsere Psyche.

2# Stress

Ein weiterer Faktor, der für das Schmelzen deiner Gewinne verantwortlich sein kann, ist Stress. Jeder von uns hat einen anderen Lebensstil und von Zeit zu Zeit gibt es stressige Phasen im Leben. Das kann zum Beispiel Stress in der Familie sein, eine Erkrankung oder Stress bei der Arbeit. Solche Situationen wirken sich auf das Trading aus, da man nicht bei der Sache ist und möglicherweise nicht klar denken kann. Es fehlt ganz einfach die nötige Ruhe.
Wenn du beispielsweise deinen Job verloren hast oder dein Trading-Account sehr klein ist, würdest Du vermutlich ganz anders handeln als jemand, der genug Reserven hat und mehrere Hunderttausend Euro auf seinem Trading-Konto.
Wenn es bei der Arbeit zum Beispiel stressig zugeht, neigt man dazu den Stress aufs Trading zu übertragen. Man fängt an Setups hinterher zu rennen und Aktionismus zu betreiben. Dabei sollte man gerade als Trader ruhig und entspannt agieren, bis sich die besten Setups zeigen.
Die Kunst in solchen Situationen liegt darin, diese rechtzeitig zu erkennen und sich eine Pause vom Trading zu nehmen. Alles andere würde dich nur in deinem Fortschritt zurückwerfen. Die Börse wird immer offen sein und einige Tage oder Wochen Abstand können nie verkehrt sein.

#3 Veränderte Marktbedingungen


Ein weiterer Grund für größere Drawdowns können veränderte Marktbedingungen sein. Wenn der Markt von einem Aufwärtstrend in einer Akkumulation und dann in einen Abwärtstrend wechselt, ist es gerade für Anfänger sehr schwierig das zu erkennen und sich anzupassen. Ein gutes Beispiel dafür waren die US-Indizes im letzten Jahr. Von einem steilen Aufwärtstrend haben wir den Wechsel zu einem Abwärtstrend gesehen. Viele Trader wollten dabei den “Bounce” nicht verpassen und wurden vom Markt eines Besseren belehrt. Wichtig dabei ist, diese Phasen zu erkennen. Das ist nicht immer einfach und erfordert einiges an Erfahrung. Es ist aber nicht unmöglich 😊

Fazit

Wenn du dich in einer Drawdown-Phase befindest, wäre es sicherlich hilfreich anzuhalten und die eigenen Trades, das eigene Verhalten sowie die Marktbedingungen zu analysieren. Es würde dir nichts bringen, wenn du eilig zur nächsten Strategie springst. Denn auch diese wird Ihre Besonderheiten und Schwächen haben.

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