In diesem Artikel möchte ich für etwas mehr Realität im Trading sorgen und erläutern worauf es wirklich ankommt um ein erfolgreicher Trader zu werden.

Was verkaufen Dir die selbsternannten Gurus?

Leider gibt es mittlerweile Trading-Gurus wie Sand am Meer, die alle eines gemeinsam haben: Sie wollen Dir Ihre Webinare, DVDs oder sonstige Info-Produkte verkaufen. Wenn man von einem echten Profi lernt, der wirklich über die Jahre dauerhaft profitabel tradet, ist nichts Verwerfliches daran. Nur so kannst Du auch weiterkommen und Dein Spektrum in diesem Bereich erweitern. Das Problem ist jedoch, dass man als Einsteiger falsche Erwartungen an diesen Beruf hat. Die meisten Gurus verkaufen Dir das Trading nicht als ein schweres Business, das mehrere Jahre dauert bis Du überhaupt profitabel wirst. Warum? Weil sich dann ihre DVDs und Webinare nicht so einfach verkaufen würden. Natürlich lassen sich mit der Aussicht auf schnellen Profit mehr Menschen ködern. Überall auf den sozialen Medien sieht man Posts mit Inhalten wie „In 5 Minuten 10% mitgenommen“ oder „In nur 30 Minuten 2000€ realisiert“. Solche Ergebnisse sind definitiv möglich, bis man aber zu diesem Punkt gelangt steht einem ein schwerer und steiniger Weg bevor.

Wie lange dauert es bis Du dauerhaft profitabel bist

Denk’ mal kurz darüber nach auf was Du in Deinem Leben besonders stolz bist. Das könnte beispielsweise ein abgeschlossenes Studium mit Auszeichnung, ein gewonnener Wettkampf oder ähnliches sein. Mit Sicherheit musstest Du auf dem Weg dahin einige Rückschläge verkraften und Verzicht üben. Es war nicht einfach das Ziel zu erreichen und Du musstest sehr viel Zeit und harte Arbeit darin investieren. Nicht anders ist es auch im Trading: Du musst hart daran arbeiten und einiges lernen, bis Du in der Lage bist den ersten Trade zu platzieren. Aber das allein reicht leider nicht, denn eine Strategie und Idee zu lernen ist einfach. Wie Du Dich aber bei der Ausführung dieser Strategie unter realen Marktbedingungen verhältst, kann eine heikle Angelegenheit werden.
Es wird Phasen geben in denen Du alles richtig machst und trotzdem Geld verlierst, das liegt vor allem an den veränderten Marktbedingungen. Als Trader musst Du in der Lage sein dich ständig an den Marktveränderungen anzupassen. Bis Du die Erfahrungen in verschiedenen Marktphasen sammelst können Jahre vergehen. Der Beruf Trading wird Deine Ausdauer und Hartnäckigkeit, wie kein anderer Beruf zuvor, testen. Und hier wird es wirklich darauf ankommen wie sehr Du das willst. Es wird Phasen geben, in denen Du positiv bleiben musst obwohl Du nur negative Resultate siehst und nichts dafür spricht, dass Du es jemals schaffen wirst. Aber genau das ist es, was den erfolgreichen vom nicht erfolgreichen Händler unterscheidet. Dein fachliches Wissen wird Dir vermutlich keinen Strich durch die Rechnung machen, sondern Dein Kopf bzw. Dein Mindset. Einer meiner ersten Mentoren sagte immer: „Die Charttechnik kann man in einem Jahr lernen, aber die Psyche werden nur wenige beherrschen“.

Fehler im Job vs. Fehler im Trading

Wie äußern sich Fehler im Job gegenüber Fehlern im Trading? Wenn Du beispielsweise eine schwierige oder schlechte Phase im Job hast und Du weniger Leistung bringst als sonst, wirst Du in der Regel dafür nicht bestraft. Du machst ggf. den einen oder anderen Fehler, aber solange Du Deinen Job machst wirst Du normalerweise bezahlt. Im Trading hingegen sieht man die Fehler sofort. Wenn Du einen schlechten oder stressigen Tag hast und Du einen unüberlegten Trade eingehst, siehst Du die Fehler sofort an Deinen Gewinn- und Verlustzahlen. Du generierst direkt ein Minus! Die Auswirkungen Deines Handels sind unmittelbar ersichtlich! Du allein bist für die Ergebnisse beim Drücken des Kaufen- oder Verkaufen-Buttons verantwortlich und kein anderer. Aus diesem Grund ist Trading mit einem Hochleistungssport zu vergleichen: Du musst 100% konzentriert bei der Sache sein und Dir so weit es geht keine Fehler erlauben und diszipliniert agieren. Andernfalls bekommst Du kein Gehalt.

 

Die Schwierigkeit beim Umgang mit Verlusten

Verluste sind gerade für ehrgeizige Menschen sehr schwierig hinzunehmen. Selbst wenn es sich um kleine Verlustbeträge handelt, nimmt man diese oft persönlich und nicht als Teil des Geschäfts. Es wird sich jedoch viel in Deinem Tradingverhalten ändern, wenn Du anfängst Verluste anders zu betrachten.
Hier ein Beispiel: Du gehst zur Arbeit und bekommst dafür Deinen monatlichen Lohn, das könntest Du als Gewinntrades einsehen 😉 Um aber um dahinzukommen hast Du Kosten: Du benötigst ein Auto, Benzin, Klamotten und Geld für das Mittagessen mit den Kollegen. Das sind Deine Verlusttrades. Um die Gewinntrades realisieren zu können musst Du einige Verlusttrades in Kauf nehmen. Je früher Du Deine Sichtweise änderst umso einfacher wird es Dir fallen damit umzugehen.

Fazit

Trading erfordert eine hohe mentale Disziplin und ist daher einer der schwersten Berufe. Du musst sehr viel Einstecken und in Kauf nehmen, bevor Du in der Lage bist dauerhaft profitabel zu sein. Jede einzelne Zelle Deines Körpers wird durch das Trading getestet und nur wenn Du es wirklich willst und das Trading lebst, wirst Du in der Lage sein die Hindernisse auf dem Weg zu überwinden.

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