Trading Produkte

Das Trading-Universum ist sehr groß und die Finanzdienstleister bieten dem Verbraucher je nach Strategie und Kontogröße viele Alternativen. In diesem Abschnitt werde ich einige der bekanntesten Produkte mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen.

aktien kaufen

Was sind Aktien?

Aktien sind Anteile eines Unternehmens, die zum Erwerb zur Verfügung stehen. Als Eigentümer von Aktien ist man Miteigentümer des Unternehmens.

Man kann davon profitieren, wenn man beispielsweise 100 Stück Aktien zum Preis von 10 EUR kauft und diese zum Preis von 20 EUR verkauft. Somit wäre der Einsatz in diesem Beispiel verdoppelt. Je nachdem, wie weit die Aktie steigt, steigt auch der Gewinn. Ebenfalls wären Dividenden eine Option, um mit Aktien Profite zu erzielen. Es gibt zahlreiche Strategien, die man für Aktien anwenden kann: von Daytrading über Positionstrading bis hin zu Value Investing. Hier finden Sie einige dieser Strategien beschrieben.

Welche Vorteile bringen Aktien mit sich:

  • Aktien sind echte Produkte, die an verschiedenen Börsenplätzen gehandelt werden und stellen im Gegensatz zu CFDs keine nachgebildeten Kurse dar.
  • Man kann sowohl technische als auch fundamentale Analysen als Trading Strategie verwenden, um diese Produkte profitabel handeln zu können. Oft ist die fundamentale Seite mit den Ergebnissen und der Bilanz des Unternehmens verbunden.
  • Eine Dividendenausschüttung ist bei Aktien möglich und kann ebenfalls als langfristige Strategie eingesetzt werden.
  • Hohe Kursschwankungen sind durch Bekanntgabe von Unternehmenszahlen oder sonstigen Nachrichten möglich und können bei positiven Ereignissen zu höheren Gewinnen führen.
  • Das Risiko ist kalkulierbar, da man im Vergleich zu Derivaten keinen Hebel und keine Abhängigkeiten zum Basiswert (Underlying) hat

Auf was sollte man bei Aktien achten:

  • Im Vergleich zu anderen Derivatprodukten wird in der Regel kein Hebel eingesetzt.
  • Es besteht die Gefahr einer Kurslücke (Gap) über Nacht – kann oftmals nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen auftreten.
  • Aktien werden nicht 24/5 an der Börse gehandelt.

Ich persönlich nutze Aktien häufig in meinem Trading und habe dafür verschiedene Trading-Strategien im Bereich Day- und Swingtrading entwickelt. Mehr dazu kannst Du hier lesen.

Was sind Derivate und welche Produkte gehören dazu?

Derivate sind von Basiswerten (Underlyings) abgeleitete Produkte. Das bedeutet, dass der Preis von dem des Basiswertes abhängt. Basiswerte können Aktien, Zinsen Indizes, Rohstoffe, Devise oder bestimmte Waren sein. In der Regel haben Derivate eine sehr hohe Hebelwirkung und sind aus diesem Grund bei Tradern beliebt.
Zum Derivatenuniversum gehören folgende Produkte:
Futures, CFDs, Optionen, Optionsscheine, Zertifikate, Indizes, Devisenpaare
Im folgenden Abschnitt beschreibe ich einige der bekanntesten Derivat-Instrumente.

 

ETFs verstehen

Was sind ETFs?

Ein ETF oder Exchange Traded Fund ist ein Wertpapier, das einen Index, eine Ware, Anleihen oder einen Korb von Aktien nachbildet. ETFs werden wie Aktien an einer Börse gehandelt und haben typischerweise eine höhere tägliche Liquidität und niedrigere Gebühren, was sie zu einer attraktiven Alternative für Privatanleger macht. Einige ETFs nutzen einen Hebel durch den Einsatz von Derivaten um inverse ETFs zu schaffen. Diese weisen die umgekehrte Rendite der zugrunde liegenden Vermögenswerte nach. Beispielsweise würde der inverse Öl-ETF für jeden 1%-igen Rückgang des Ölpreises um 1% steigen. Gehebelte ETFs streben eine mehrfache Rendite des Basiswerts an. Ein 2x Öl ETF würde 2% für jeden 1% Anstieg des Metallpreises gewinnen. 

Einer der bekanntesten ETFs ist der S&P 500 Index und heißt Spider (SPDR) und wird unter dem Ticker SPY gehandelt. Weitere Beispiele sind: IWM – der Russel 2000 Index, QQQ – der Nasdaq Index, sowie DIA, der den Dow Jones Index darstellt. Ebenfalls gibt es Sektor-ETFs die einzelne Branchen wie Ölgesellschaften (OIH), Energieunternehmen (XLE), Finanzunternehmen (XLF), REITs (IYR), den Biotech-Sektor (BBH) usw. verfolgen.

Vorteile beim Trading von ETFs:

  • Man kann mit wenig Kapital in einen gesamten Sektor investieren und nicht in einzelnen Aktien.
  • Bei mittel- bis langfristigen Investitionen kann das Kapital durch den Einsatz von ETFs diversifiziert werden, indem man in verschiedene Branchen investiert.
  • ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt und somit ist das Risiko sehr gut kalkulierbar.
  • Bei manchen ETFs kommt ein großer Hebel zum Einsatz, wodurch pro Position weniger Kapital gebunden ist.

Nachteile bei ETFs:

  • Es besteht die Gefahr einer Kurslücke (Gap) über Nacht, da ETFs wie Aktien über Nacht nicht gehandelt werden.
  • Die genaue Gewichtung der Werte sowie die Preisberechnung ist nicht transparent.
  • Bestimmte ETFs, die doppelt oder dreifach gehebelt sind, können dazu führen, dass der Tracking-Index mehr als verdoppelt oder verdreifacht wird. Wenn der ETF länger als einen Tag gehalten wird, könnte der tatsächliche Verlust, ähnlich wie bei anderen Derivaten, mehr als das Doppelte oder Dreifache betragen.

Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ETFs für mittel- bis langfristiges Trading gut geeignet sind. Jedoch sollte man sich mit der Materie auseinandersetzen bevor man in diesem Bereich investiert. Gerade die doppelten oder dreifachen ETFs sind sehr spekulative Investitionen und müssen sorgfältig bewertet werden.

Was sind Futures?

Futures gehören zur Gruppe der Derivate und wie der Name schon sagt, beziehen sie sich auf Geschäfte, die in der Zukunft stattfinden. Die Futures Märkte zeichnen sich durch eine sehr hohe Hebelwirkung im Gegensatz zu den Aktien aus.

Im Grunde genommen geht es dabei um Schutz vor Preisschwankungen. Um sich vor solchen Preisschwankungen zu schützen besteht ein Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer. Somit können sich beispielsweise Unternehmen bestimmte Preise für die Zukunft sichern. Im Gegensatz zu Optionen (mehr dazu kannst du unten nachlesen) haben hier Käufer und Verkäufer keine Wahl, ob der Deal ausgeübt wird oder nicht. Der Kauf oder Verkauf findet bei Futures immer statt.

 

Futures können aber nicht nur als Absicherung, sondern auch zu Spekulationen auf die Preisbewegung des Basiswerts verwendet werden. Zum Beispiel könnte ein Kaffeebauer Futures einsetzen, um einen bestimmten Preis abzusichern und das Risiko zu reduzieren. Oder jemand könnte auf die Preisbewegung von Kaffee spekulieren, indem er mit Futures Long- oder Short-Positionen handelt. Basiswert können nicht nur Waren, sondern auch Wertpapiere sein.

Futures werden an Börsen wie der CBOE, EUREX, CME ICE und anderen gehandelt.

Vorteile beim Handel von Futures:

  • Viele Futures (wie zum Beispiel Indizes) werden rund um die Uhr gehandelt. Somit reduziert sich die Gap-Gefahr über Nacht.
  • Durch die große Hebelwirkung können überproportionale Gewinne erzielt werden.
  • Futures weisen eine sehr hohe Liquidität auf und sind sehr volatil.

Nachteile, die Du nicht außer Acht lassen solltest:

  • Die große Hebelwirkung kann nicht nur zu hohen Gewinnen, sondern natürlich auch zu hohen Verlusten führen.
    Somit sind Futures sehr spekulative Instrumente.
  • Höhere Margin-Anforderungen aufgrund der großen Hebelwirkung. Damit wird ein größeres Konto vorausgesetzt.
  • Man benötigt enorm viel Fachwissen. Von den Vorteilen können fast nur professionelle Trader profitieren.
  • Der Preis hat je nach Future viele Einflussfaktoren, die von einem Trading-Anfänger nicht einfach zu verstehen sind.
  • Swingtrades sind bei Futures kaum möglich, da aufgrund des Hebels und der Margin viel Kapital gebunden ist.

Futures haben sehr viele Vorteile, um davon jedoch aber dauerhaft zu profitieren ist sehr viel Erfahrung und Kapital nötig. Für Anfänger sind diese Instrumente somit nicht gut geeignet.

Was sind Optionen?

Optionen gehören zu den Derivatprodukten und ähneln auf den ersten Blick sehr den Futures. Sie beziehen sich ebenfalls auf die Zukunft und werden ebenfalls als Absicherung von zukünftigen Preisschwankungen eingesetzt. Im Gegensatz zu Futures hat der Käufer die Option bzw. das Recht den Basiswert zu dem bestimmten Preis innerhalb der Laufzeit zu kaufen oder verkaufen.

Der Käufer hingegen ist verpflichtet, den Basiswert zum vereinbarten Preis zu kaufen oder verkaufen. Da er diese Verpflichtung eingeht, erhält der Käufer eine Prämie. Es gibt einige wichtige Begriffe in der Optionswelt: Call-Optionen, Put-Optionen, Verfallsdatum und Ausübungspreis.

Als Verfallsdatum ist der Zeitpunkt genannt an dem die Option verfällt. Das bedeutet, spätestens an diesem Tag kann der Käufer beispielsweise Aktien zum vereinbarten Preis kaufen (Call-Option). Diesen vereinbarten Preis nennt man im Optionsjargon Ausübungspreis.

Was ist eine Call-Option und welche Pflichten und Rechte haben die Käufer und Verkäufer:

Ein Käufer hat beim Erwerb einer Call-Option von einem Basiswert (beispielsweise einer Aktie) das Recht diese Aktie zum Ausübungspreis (vorab definierter Preis) zu kaufen, allerdings nicht später als das Verfallsdatum. Der Käufer muss jedoch die Aktie nicht erwerben. Das könnte er tun, wenn er beispielweise einen Vorteil durch die Option hätte – zum Beispiel ist die Aktie gerade weit gestiegen und er kann diese zum vereinbarten Preis günstiger kaufen.

Als Optionsverkäufer hingegen ist man verpflichtet die Aktie zum vereinbarten Preis zu verkaufen, wenn der Käufer dies ausüben möchte.

Was ist eine Put-Option und welche Pflichten und Rechte haben die Käufer und Verkäufer:

Ein Käufer einer Put-Option hat das Recht, den Basiswert (zum Beispiel eine Aktie) zu einem bestimmten festgelegten Preis (Ausübungspreis) zu verkaufen. Auch hier hat der Optionskäufer das Recht nur für den Zeitraum vor dem Verfallsdatum. Er ist nicht verpflichtet, die Aktie zum vereinbarten Preis zu verkaufen, könnte dies jedoch tun, wenn er einen Vorteil dadurch hätte.

Als Verkäufer der Option hingegen ist man verpflichtet, die Aktie zum vereinbarten Preis innerhalb des vereinbarten Zeitraumes zu kaufen, wenn der Käufer der Option dies möchte.

Unterschied amerikanische und europäische Optionen:

Der Unterschied zwischen den amerikanischen und europäischen Optionen liegt in der Ausübungsmöglichkeit der Option. Bei den amerikanischen Optionen kann die Option an jedem Handelstag vor dem Verfallsdatum ausgeübt werden. Hat der Käufer also einen Vorteil, kann er die Option jederzeit vor Laufzeitende ausüben. Dies ist bei europäischen Optionen nicht der Fall. Hier kann der Käufer nur am Laufzeitende seine Option ausüben.

Unterschied Optionen und Optionsscheine

Optionsscheine ähneln auf den ersten Blick sehr den Optionen, sie haben jedoch einen entscheidenden Unterschied: sie sind ein von der Bank oder von einem Wertpapierhaus emittiertes Produkt. Bei den Optionsscheinen kann man nicht als Stillhalter bzw. Optionsverkäufer agieren und somit nicht von den Strategien, die damit verbunden sind, profitieren. Man handelt als Optionsschein-Käufer in der Regel gegen die Bank oder gegen das emittierende Institut. Dies ist ein entscheidender Nachteil im Vergleich zu den Optionen, die an der Börse gehandelt werden. Aus diesem Grund sind Optionsscheine nicht für den Verbraucher empfehlenswert. Handelt man sie trotzdem, sollte man das bewusst tun und diese höchstens als Hedging oder sonstige ergänzende Strategie einsetzen.

Fazit

Du merkst sicherlich bereits, dass die Optionsstrategien sowie die Preisbildung ziemlich komplex werden können. Bevor man sich an den Handel von Optionen wagt, sollte man sich genügend Fachwissen aneignen und erstmal mit einem Demo-Handelskonto die eine oder andere Strategie ausprobieren, um zu schauen, ob diese Produkte das Passende für einen sind.

Was sind CFDs?

CFDs gehören zu den Derivat-Produkten und die Abkürzung steht für “contract for difference”. Im Gegensatz zu Futures und Optionen werden CFDs nicht an der Börse gehandelt, sondern bei speziellen CFD-Brokern. Die Preise der Kurse werden vom Broker vorgegeben und entstehen nicht wie regulär gehandelte Produkte durch Angebot und Nachfrage. Als Basiswerte können Indizes, Aktien, Devisen, Futures und Rohstoffe gehandelt werden. Die Hebelwirkung bei diesen Produkten ist in der Regel sehr hoch und man kann mit wenig Kapital starten, was jedoch nicht nur Vorteile, sondern auch viele Risiken mit sich bringt.

 Vorteile beim CFD Handel:

  • Man benötigt wenig Kapital, um ein Konto bei einem CFD-Broker zu eröffnen.
  • Man hat Zugang zu sehr vielen Produkten, die sonst nur durch den Future-Handel für den Verbraucher zugänglich sind.
  • Der hohe Hebel bietet ebenfalls große Gewinnchancen mit wenig Kapitaleinsatz.
  • Bei bewusstem Umgang mit dem Risiko können Einsteiger mit wenig Kapital einfach mehrere Strategien testen.

Nachteile, die du im Blick behalten solltest:

  • CFDs haben durch den hohen Hebel ebenfalls den Nachteil, dass im Vergleich zum eingesetzten Kapital hohe Verluste eintreten können.
  • Als Anfänger neigt man oft dazu, sich zu überschätzen und das Risiko zu ignorieren. Das kann beim Handel mit CFDs schnell den Verlust des Tradingkontos bedeuten!
  • Es gibt sehr viele schwarze Schafe unter den CFD-Brokern, daher sollte man genau prüfen, wem man sein Geld anvertraut.

Fazit

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass CFDs eine gute Möglichkeit für Einsteiger sind, erste Schritte im Bereich des Tradings zu machen und die eine oder andere Strategie auszuprobieren. Es ist jedoch sehr viel Vorsicht geboten, da die Hebelung dieser Produkte oft zu einem Totalverlust führen kann. Ebenfalls sollte der CFD-Broker mit Sorgfalt ausgesucht werden, da auf dem Markt mittlerweile sehr viele unseriöse Anbieter vorhanden sind.

 

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