Konsistent profitabel zu sein ist eine der größten Herausforderungen im Trading. Leider reicht es nicht aus, ein oder zwei Monate lang Gewinne zu generieren. Die Kunst ist dauerhaft, über Jahre hinweg, profitabel zu sein. Daran könnten dich einige falsche Glaubenssätze hindern und aus diesem Grund gehe ich in diesem Blogbeitrag darauf ein.

#1 Denkmuster zu Geldverlusten

Wenn Du falsche Denkmuster über den Verlust von Geld an der Börse hast, wird es dir enorm schwer fallen dauerhaft profitabel zu sein.

Wenn Du folgende Gedanken über Geldverluste hast, solltest Du zügig etwas daran ändern:

  • Geld verlieren ist ein negatives Ereignis
  • Ich tue alles um Verluste zu vermeiden
  • Ich möchte Gewinne realisieren ohne dafür etwas zu riskieren
Natürlich gefallen Geldverluste keinem von uns, jedoch sind sie ein Teil des Börsengeschäfts. Man sollte daher früh lernen mit ihnen umzugehen.

Die richtige Einstellung zum Thema Verluste wäre folgende:

  • Man kann in jedem Trade Geld verlieren
  • Verluste sind Teil des Business und sind die Kosten, die wir als Trader haben. Ähnliche Kosten haben Geschäftsleute beim Anmieten von Büros, bei Personalkosten etc.
  • Ohne Risiko kann man keine Gewinne realisieren. Alles im Leben erfordert Risiken. Wer viel im Leben erreicht hat, hat auch einiges dafür getan und riskiert.

#2 Glaubenssätze zu Fehltrades

Ähnlich wie bei Geldverlusten ist es wichtig zu akzeptieren, dass wir auch mit unserer Analyse oder Einschätzung falsch liegen können. Je früher wir das akzeptieren, umso einfacher wird es.

Diese Glaubenssätze würden Dich bei Deinem Prozess und Deiner Weiterentwicklung im Trading behindern:
• Fehler und Fehltrades sind ein negatives Ereignis
• Meine Position ist richtig und der Markt verläuft falsch
• Ich vermeide alles um falsch zu liegen und Fehltrades zu generieren

Fehler zu machen und zu erlauben ist etwas was den Wenigsten von uns anerzogen wurden. Ganz im Gegenteil, man wird schon in der Schule und später am Arbeitsplatz bei Fehlern bestraft. In jedem Lebensaspekt versuchen wir perfekt zu sein und Fehler zu vermeiden. Im Trading sollte man im Gegensatz dazu, Fehler akzeptieren und erlauben. Denn diese gehören zum Business und nur so kann man sich verbessern und vorankommen.

Folgende Glaubenssätze können Dir helfen in Deiner Trading-Karriere einen Schritt weiter zu kommen:
• Alle Fehler sind eine Erfahrung und helfen mir mich als Trader weiterzuentwickeln
• Mein Ziel ist es profitabel zu sein und nicht immer richtig zu liegen
• Die Märkte haben immer Recht

#3 Glaubenssätze über verpasste Trades

Einer der größten Feinde im Trading ist die Angst etwas zu verpassen. Das führt leider immer zu viel Aktionismus und unüberlegten Trades. Ich rate Dir das so schnell wie möglich zu erkennen und in den Griff zu bekommen, denn sonst wird es an der Börse sehr teuer.

Wenn Du Dich bei folgenden Gedanken ertappst, dann sollten die Alarmglocken bei Dir läuten:
• Ich muss bei dieser Bewegung auf jeden Fall dabei sein
• Ich muss schnellstmöglich einen Gewinn-Trade finden, da ich die letzte Gewinnmöglichkeit verpasst habe
• Ich muss sofort eine Position eröffnen, da ich auf keinen Fall die große Bewegung verpassen möchte

Auf den ersten Blick hört sich das alles einfach an. Wenn man aber in seiner Gefühlswelt involviert ist, erkennt man kaum was man da fabriziert. Ich kann ein Lied davon singen, da ich bis heute immer noch die Angst habe etwas zu verpassen. Jedoch versuche ich mich davon zu distanzieren, sobald ich realisiere, dass ich ein Teil des Gefühlskarussels bin.

Folgende Denkmuster sollte man als Profi haben:
• Ich warte auf einen Rückgang bevor ich eine Position eröffne
• Ich warte auf ein Signal unabhängig von den letzten verpassten Bewegungen
• Ich werde nie in der Lage sein bei allen Bewegungen dabei zu sein und das ist völlig ok. Die nächsten Möglichkeiten kommen.

#4 Glaubenssätze über zu früh realisierte Gewinne

#4 Glaubenssätze über zu früh realisierte Gewinne
Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich einen Trade mit Gewinn schließe, um danach zuschauen zu dürfen, wie es weiter in meine Richtung geht – allerdings ohne mich.

Keiner weiß jedoch wie lange sich die Bewegung fortsetzt. Es ist mir leider auch oft genug passiert, dass ich keine Profite realisiert habe, zu lange gewartet habe und die Position dann ins Minus gedreht ist. Das ist sogar noch schmerzhafter als ein Verlusttrade.

Auf keinen Fall würden dich folgende Glaubensmuster voranbringen:
• Ich habe den Trade zu früh geschlossen, ich bin ein schlechter Trader
• Ich verkaufe an der Stelle nicht, es geht bestimmt weiter und ich kassiere noch mehr Gewinne
• Beim letzten Trade habe ich schon Geld liegen lassen, diesmal halte ich. Das darf nicht wieder passieren.

Es würde Dir helfen, wenn Du die Support- und Resistance-Zonen im Chart einzeichnest und Alarme setzt. Dort kannst Du ggf. Teilgewinne realisieren oder die Position ganz schließen.
Richtige Denkmuster hierzu wären:
• Laut meiner Strategie war dort ein Signal um den Trade zu schließen und die Gewinne zu realisieren
• Ich nehme was mir der Markt gibt und bin nicht gierig
• Jeder Trade ist völlig unabhängig von anderen Trades. Es spielt keine Rolle was die Aktie oder der Index heute gemacht haben

Ich hoffe ich konnte Dir ein Stück weiterhelfen und DU kannst nun Deine Denkmuster besser einordnen und ggf. korrigieren. Dies ist zwar nicht immer einfach, aber auch nicht unmöglich.

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